Historical Notes in Regard to Radio Development in Basel Switzerland

1890 to 1992

Basel Radio

Basler Reminiszenzen
1930 bis 1940

Entschuldigen Sie Bitte alle Fehler im mein Deutsch.

1930

Carl Keel, HBR 51, erhält die Sendekonzession mit Rufzeichen HB9P. Sein Standort ist: Kanderer str. 22

Die PTT nimmt den Landessender Beromünster mit 100 kW Leistung in Betrieb. Kurze Zeit später machen Dr. Baumann und OM Alfred Müller mit Hr. Friedlin Feldstärkemessungen. Zu ihrem grossen Erstaunen messen und berechnen sie nur eine Leistung von 60 kW. Es entsteht eine unangenehme Situation zwischen der PTT und den messenden Amateuren. Sie werden von der PTT als Dilettanten und Bastler abgetan. Viele Jahre später wird zugegeben, dass es tatsächlich nur 60 kW waren und die Leistung wurde dann auf 100 kW erhöht.
Hr. Friedlin war der Besitzer eines Geschäfts an der Hammer str., welches all das verkaufte, was die Amateure seinerzeit an Bastelmaterial brauchten. Alfred Müller HB9RAL wurde später einer der besten OG-präsidenten. Er hat nie die Sendeprüfung gemacht, getreu seiner Devise: "Es muss auch Höramateure geben".

HBR 108 Am 13.Dez. erteilt die PTT R. Mangold das Empfangsrufzeichen HBR 108 zu, das 4 Jahre spater in HB9RBR abgeandert wurde.

1931

Obwohl nicht an der Uni immatrikuliert, nahm HBR 108 an der letzten Vorlesung von Prof. "Zwick-ab-den-Draht" teil. Am Ende sagte er: "So meine Herren, das wärs gewesen. Ausser der Triode scheint es jetzt noch Röhren zu geben, die noch viel mehr Gitter haben, z.Bsp.. Pentoden, Hexoden usw. Ich bin zu alt, um das Alles erklären zu können. Die Funktechnik macht eben rasende Fortschritte".

HB9T Ruedi Stuber HBR 60 erhält die Sendekonzession am neuen Standort an der Kannenfeldstrasse 27 mit dem Rufzeichen HB9T. Seine Antenne wird schräg gegen den Turm der Antoniuskirche gespannt. (Bei der Renovation derselben im Jahre 1950 wurde immer noch ein, im Beton steckender Hacken gefunden, über dessen Zweck die Fachleute rätselten..)

HB9AC Wolfgang Frey HBR 54 (Frulle) in Neu-Allschwil erhält das Rufzeichen HB9AC

1932

Im damaligen Radio-Club waren jetzt ca.l0 Amateure. Teils mit Sendelizenz, teils als lernbegierige Höramateure. Die Zusammenkünfte des Clubs waren im Saal des ersten Stocks vom Rest. Helm an der Eisengasse. Die Clubleitung hatte Dr. J. Dürrwang. Ver Klub entwickelte sich immer mehr von der Technik zu einem Debattierclub, wo mehr über die Programmgestaltung des Basler Senders (Jazz Or no Jazz...) gehändelt wurde. Wir Funkamateure sassen etwas im Hintergrund und hatten nichts als technische Konversation, wobei die jüngeren Mitglieder vom Wissen und der Erfahrung der Ältern viel lernen konnten. Einmal wurde unsere Unterhaltung so laut, dass sich der Präsident gestört fühlte und er ärgerlich ausrief: "Wenn ihr nicht still sein könnt, dann verschwindet von der Bildfläche". HBR 108 sagte: "Warum eigentlich nicht", stand auf und ging hinaus. Alle andern folgten. Wir gingen ins Rest. Steinenklösterli und gründeten dort die Ortsgruppe Basel der USKA.

pic HB9B ist jetzt mit einem Colpitts-sender auf 40 und 80 m QRV. HB9P arbeitet mit einem QRP/QRO-TPTG-sender, der weitgehend von HBR 108 gebaut wurde. Da OM Keel Chef der Schweiz.Schweisserschule wurde und unter Zeitmangel litt, Am Wochenende wurde HBR 108 jeweilen abgefragt, was er und warum er dies oder das so gebaut habe. Es war für ihn die beste Schulung für die Sendeprüfung. HB9T hat einen mehrstufigen, kristallgesteuerten Sender entwickelt und HB9AC arbeitete mit einem TPTG-sender von 12 W auf 40 m.

pic Von vielen Höranateurenwurde bemängelt, dass die PTT nicht eine Art "Lehrfahr-ausweis ausgabe. Zwischen 1930 und 1933 konnte man eine Anzahl Rufzeichen hören, die neu waren: D4MUX-D4FOX-D4DAX-D4MAX-D4TOX usw. Als QTG wurde stets gemorst: Süddeutscher Raum ....

Am Pfingstmontag organisierte die neue OG eine besondere übung in der Gegend des Gempenstollens. HB9P stellte einen tragbaren Sender (zwei Mann mit Schultertragstange)zur Verfügung. Dazu kamen zwei tragbare, 14 selbstgebaute Kurzwellenempfänger. Der eine wurde von HBR 108 entwickelt und als Bausatz von der Fa. Radio-Merz verkauft. Mitgemacht haben die Horamateure H. Faust, später HB9AU, OM Kübler HBR 128, Hansfranz Stohler, B. Morellini und HBR108.

Nachdem die USKA-Generalversammlung beschlossen hatte, an Stelle des vom Vorstand beantragten, gedruckten Vereinsorgan ein vierzehntäglich erscheinendes vervielfältigtes Bulletin in Maschinenschrift heraus zugeben, übernahmen die Basler Hams diese grosse Aufgabe. Das vom Redaktor HB9P redigierte Bulletin wurde von HB9T und HB9AC auf Matrizen geschrieben und mit Hilfe von HB9AE auf dessen Vervielfältigungsmaschine in der Maulbeer apotheke gedruckt, in Kuverts verpackt und spediert.

1933

Im März erschien anstelle des "Old Man" die Fasnachtszeitung "VL" als offiziöses Organ der Unter Schwerer Kontrolle Aufgezogenen.
Die USKA-GV wurde am 29.April im Rest. Schützenhaus in Basel abgehalten. Am Sonntag 30.April wurde am Morgen das physikal.lnstitut besichtigt. Die Bewunderung für die beiden, für das HF-Labor von Prof. Zickendraht erstellten 60 m höhen Stahlgittermasten mit der Reusenantenne dazwischen, war gross. Die Antennenableitung ging in eine dazwischenliegende Holzhütte. An der Türe war ein Schild: Strengstes Verbot diesen Raum zu betreten. Auch wir durften leider nicht hinein. {Was wir damals nicht wussten: etwa 6 Jahre nach dem Tode des Professors wurde die Hütte und die Masten abgerissen. Offizieller Grund:Nichtmehrgebrauch und zu grosse unterhaltskosten. Der inoffizielle Grund war anders (siehe -A-).
Das Mittagessen wurde im Rest. "Sans Souci "eingenommen mit anschliessendem Hamfest.
15 In den Sommerferien 1933 war HBR 108 bei seinem Onkel {ein früherer Goldgräber aus Nome, Alaska)in Minusio, Tessin in den Ferien. Hat dort ein Ruderboot mit zwei langen, Holzstangen versehen, dazwischen eine Antenne (gespannt und mit selbstgebauetm KW-empfanger tagelang gehorcht, wieviel HB-stationen über das Alpenmassiv hörbar wurden. Hier und da war jedoch das YL-made QRN stärker...
Da das Rufzeichen von Otto Ess HB9AE häufig falsch gelesen wurde, hat die Ptt verlangt, es in HB9AE abzuändern.
Hansfranz Stohler HBR135 erhält das Rufzeichen HB9FZ.
G. Maurer erhält das Rufzeichen HB9AI.
Auf Einladung derZeme (??) section des REF nahmen HB9T und HB9AC am 11.Juni an einer Reunion im Hotel National in Mulhouse (Elsass)teil. Ausser F8NR{OM Gerre in Lautenbach) trafen sie unter andern F8AP(OM Peugeot, Autofabrikant aus Audincourt, F8FL (OM Diehl von Metz), F8N080M Henk von Riedlisheim), F8NY (OM Sigrist von Colmar), F8PI (OM Samuel von Epinal und der legendäre F3AM (OM Fernand Munsch von Guebwiller).
Am 21. Dez.1933 wurde HBR 108 Mitglied der American Radio Relay League. Sein Ausweis trägt noch die Unterschrift von Hiram Percy Maxim.

1934

Die RSGB hat aufgerufen zu einem jährlichen Field-Day. Es sollte eine Funkstation ohne fremde Stromversorgung, nicht in der Nähe bewohnter Häuser 24 Stunden in Betrieb gehaltenwerden. Aufbau Samstag ab 1200.QRV ab 1700 bis Sonntag 1700. 16 Sendeleistung max.25 W.Die Ortsgruppe Basel beschloss, neben 9 weiteren HB-stationen, mitzumachen. Es wurden 8 OMs und 500 kg Material mit einem Kasten-und Personenwagen auf das Gempenplateau verfrachtet. Der Sender: je ein Hartley für 40m und 80 m.(Röhren CL 1257 Anodenspannung direkt ab Benzingenerator. Als Empfänger diente der neu von Telefunken herausgebrachte Amateur-Kurzwellenempfänger(1-v-2). Die teilnehmenden OMs: K.Baumann HB9B-W.Frey HB9AC-O.Ess HB9AE-C.Keel HB9P-A.Kubler HB9RBJ- E.Iselin HB9RGH-R.Mangold HB9RBR. Das Rufzeichen der Gempenstation war XHB9P. Die maximale Punktzahl und damit Schweizer Sieger erreichten wir mit 47 Verbindungen, 4 Schweizerdistrikten, 15 englischen Distrikten und 10 andern Ländern. (Da der unerwartete akustische Lärm des Benzingenerators zu gross war, wurde er ca.200 m von der Station entfernt aufgestellt. In Ermangelung eines so langen Kabels wurden lange Nägel in die Bäume geschlagen, leere Bierflaschen umgekehrt als Isolatoren darüber gestülpt und daran eine Freileitung aus blankem Draht für die 500 V gezogen...)
Im November wurde HB9B mit einem amerikanischen Collins-Sender ausgerüstet und begann mit Erlaubnis der Obertelegrafendirektion, der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft und der Radiogenossenschaft Basel jeden Donnerstag ab 2200 MEZ auf 7118 kHz die Auslandschweizersendungen aus dem Studio Basel auszustrahlen, was von den Auslandschweizern mit Begeisterung aufgenommen wurde.

1935

Der USKA-Rundspruch wurde jeden Donnerstag um 2300 MEZ auf 3770 kHz von HB9B ausgestrahlt.
Die USKA-Generalversammlung vom 20.Januar wählte zu ihrem Präsidenten Dr. K.Baumann (op.HB9B), zum Sekretär Eugen Kempf (HB9RCU,HB9BF), zum Pressechef C.Keel HB9P, alle in Basel und zum QSL-Manager Wolfgang Frey HB9AC in Neuallschwil.

R.Mangold Hb9RBR brachte im Old Man eine Baubeschreibung eines in der QST pic empfohlenen 5-m Transceivers, den er auf europäische Röhren und Bauteile umgebaut hatte.


Otto Ess baut in Bettingen am Linsbergweg ein grosses Chalet. (zu richte) Amateursender im "hochsten Bergdorf des Kanton Basel".
18
E.Kempf, HB9RCU erhält die Sendekonzession mit Rufzeichen HB9BF.
In der Presse tauch ein Fragen auf, wieso die PTT nicht Rundfunksendungen auf Ultrakurzwellen durchführe. In den USA habe man festgestellt, dass diese wesentlich weniger von atmossphärischen und industriellen Störungen beeinflusst würden. Die PTT beantworteten solche Anfragen stets mit: "Diese Wellenlängen eignen sich nur für flaches Land. Sie werden absorbiert, reflektiert und polarisiert und kommen für die Schweiz nicht in Frage".
Da die Basler OMs schon einige Erfahrung mit 56 MHz hatten, wollten sie in einem Grossversuch beweisen, dass trotz den von der PTT beschriebenen Erscheinungen sie für Rundfunkzwecke brauchbar seien. Sie erstellten im Turmstübli des Brauereiturms Warteck im Kleinbasel eine komplette UKW- Rundfunkstation.(siehe Sonderbericht No. 1).

1936
Nach einem Winterhalbjahr wurde der UKW-sender demontiert. Er wurde auf dem Sternefeld in eine C5-maschine der AVIA eingebaut. Auf dem Gelände des Flugplatzes stand der Empfänger. Der Pilot der C5 hatte konzentrische Kreise zu fliegen und der, den Sender bedienende Amateur hatte dauernd den Flugort zu melden. Zum grossen Erstauen zeigt sich, dass die Reichweite ganz wesentlich grösser war, als wie man der schwachen Leistung wegen, erwartete.
Man denkt, dass dieser Sendebetrieb eine nachhaltige Pressereaktion gehabt hätte. Doch das war nicht der Fall. Wir haben den detaillierten Versuchsbericht an die GD PTT gesandt, welche uns wissen liess, dass eine Weitergabe an die Tagespresse als "unfreundlicher Akt" beurteilt würde. Und im damalig-Dienstreglement stand, dass es der PTT gestattet ist, jede Sendekonzession aufzuhaben, wenn ein, "unfreundlicher Akt" vorliegt.
Dafür haben wir den Bericht an den Chef der übermittlungstruppen gesandt, von wo wir ein nettes Dankschreiben erhielten mit der Feststellung, dass es sich um einen wertvollen Beitrag zur Landesverteidigung handle.
Die Erfolge aud UKW ermunterten die OG Basel, an der kommenden Luftschutzausstellung in der MUBA tatkräftig teilzunehmen. (siehe Bericht No. 2)
Drei weitere Basler OMs erhalten die Sendekonzession: Ersnt Iselin, HB9RGC mit Rufzeichen HB9BJ
Robert Schönholzer wurde HB9BS und Dr. K. Baumann HB9BY.

1937

19 H.Emmerich ("der Seefahrer") erhält das Rufzuchen HB9CL.
Die OG Basel bedauert, dass das Rußzeichen HB9BS nicht als OG-Rufzeichen ausgegeben wurde. HB9RBR verhandelte mit Robi Schönhotzer und er war einverstanden bei der PTT zu beantragen, dass er zu Gunsten der Ortsgruppe ein anderes Rußzeichen erhält. Damit ist HB9BS offizielle OG-station.

1938

Wiederum wurde ein Field-Day auf der Gempenebene abgehalten. Zum Einsatz kam erstmalig ein Dreielementbeam, konstruiert in der Werkstatt von Mangold 20 senior und ein Wetterballon, der eine 80 m Antenne trug. Die erzielten Resultate liessen sehr zu wünschen übrig, besonders weil am Sonntag morgen der knallgelbe Ballon samt seiner Reserve vom Dornacher Schützenstand aus abgeschossen wurde.

1939

Rudolf Mangold (HB9RBR) erhält das Rufzeichen HB9DU. Da er, als typischer Konstrukteur zung sehr sehr selten "in der Luft" war, wurde das DU im Rufzeichen bald als Abkürzung für Dauernd unhörbar gedeutet.
HB9DU beschloss am NMD mitzumachen. Baute einen 80 m Transceiver, der zusammen mit Kopfhörer, Antennenmaterial und den schweren Batterien knapp über den vorgeschriebenen 6 kg Gewicht lag. Durch Bau einer Mikrotaste aus Magnesiummetall 21 konnte das Ganze in die Gewichtsgrenze gebracht werden. Ernst lautenschlager ais geübter Berggänger führte auf den kleinen Mythen im Maderanertal. Vicker Nebel mit darin aufblitzenden Elmsfeuern verhinderten am Sonntagmorgen QSO's bis gegen 1100, was natürlich nicht ausreichte, um zu gewinnen. Immerhin: während der ganzen Zeit wurde ein Schmalfilm gedreht. (Im Jahre 1994 wurde er mit grösstem Erfolg im NCARC, der NMD nicht kennt,vorgeführt).
Im August wurde die allgemeine Mobilmachung ausgerufen. 90% der Schweizer Amateure standen im Dienst. Die Ortsgruppe Basel war vollig stillgelegt. Sämtliche Sender und Empfänger wurden von der PTT ungezogen.

1940

Am 21.Mai wurden auch die in Gemeinschaftsarbeit erstellten 5 m Transceiver eingezogen. Es waren dies:
UKW-Transceiver TL 7 Eigentümer: Dr. Alois Gassmann
UKW-Transceiver TL 8 Eigentümer: A. Schenker Riehen
UKW-Transceiver TL 9 Eigentümer: OG-Basel
UKW-Transceiver TL 10 Eigentümer: A. Müller Binning
UKW-Transceiver TL 14 Eigentümer: Edwin Kramer
UKW-Transceiver TL 12 Eigentümer: Ernst Iselin
UKW-Transceiver TL 11 Eigentümer: Otto Ess Bettingen
1 Kurzweliensende-und Empfangstation TS 1 in Tragkiste mit Materialkiste
22 Die KW-station und der UKW-Transceiver von Carl Keel, sowie der UKW-Transceiver von HB9DU wurden nicht zur PTT gebracht. Sie wurden vorher schon der Truppe zur Verfügung gestellt. Die KW-station und der eine Transceiver wurde vom Stadtkommando im tiefen Keller des Bernoullianums (Seismographenkeller) aufgestellt, um als "Untergrundstation, bei einem allfälligen überfall der Hitlerarmee zu dienen. Der andere Transceiver ging zusammen mit HB9DU, der bei der ad hoc gebildeten "Division Gempen" Dienst tat, nach Laufen. Dort wurde er in einem Damen-WC des Schulhauses aufgestellt, samt Zivilkleidern, Schnurrbart und Schminken, falls HB9DU in die Resistance gehen müsste.
Anlässlich eines Spezialbefehls konnte HB9DU einmal besichtigen, wo die Telephondirektion Basel konfiszierten Geräte aufbewahrte: im Dachstock des Weissen Hauses am Rheinsprung. Er machte die Beamten darauf aufmerksam, dass bei einem ev. Bombenangriff Alles zerstört würde und die PTT sei dann schadenersatzpflichtig. Das Lager wurde schleunigst in den Keller verlegt.




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