Sehr verehrter Museums besucher, Sie stehen jetzt vor einer Ausstellung von Radioröhren.
Was ist der Sinn einer solchen Ausstellung?
1. Wir möchten Ihnen zeigen, wie sich die Röhrentechnik innert 40 Jahren,
also von ca.1920 bis 1960 entwickelt hat.
2. Wir möchten diese Röhren unserer Jugend und Nachwelt erhalten.
Zu viele Röhren wurden bei der Einführung des Transistors sinnlos
weggeworfen. Viele Jugendliche wissen gar nicht, was Radioröhren sind und
für was sie gebraucht wurden.
3. Wir möchten die Betrachter anregen, in Keller oder Estrich nachzusehen,
ob nicht irgendwo Röhren herumliegen. Sie aufzubewahren oder Fachleuten oder
Museen zu bringen. Sollten Sie gar alte Radiogeräte oder dergl. finden:
jedes Museum ist um solche Raritäten froh. Es gibt ernsthafte Sammler von
Geräten und Röhren,die sogar recht hohe Preise dafür bezahlen.
(Technische Antiquität!) Für was wurden Röhren gebraucht?
Diese Frage möchten wir als Erstes beantworten. Wir tun dies in historischer Reihenfolge:
David Edward Hughes (London 1831-1900) konstruiert einen einfachen Funkensender.
Den Strom aus einer Batterie lässt er durch einen Federaufzugmotor in rascher
Folge unterbrechen und erhält damit eine Reihe von elektrischen Funken.
Er findet, dass er mit einem Hörer und einem Stück Koks, das von einer
Stahnadel berührt wird, das Geräusch des Funkens noch in 60 m Entfernung hören kann.
Er führt dieses Experiment 1879 der Royal Society auf eine Distanz von 400 m vor.
Kollegen aus der Wissenschaft tun seine Versuche als Schwindel ab und Hughes ist so
enttäuscht, dass er seine Versuche lange Jahre nicht veröffentlicht.
Die Apparate von Hughes sind im Science Museum in London zu sehen.
Hughes hat damit als Erster bewiesen, dass man Signale mit elektromagnetischen Wellen
drahtlos übertragen kann.
James C. Maxwell1831 -1879 hat rein theoretisch die Existenz eines
elektro-magnetischen Feldes vorausgesagt,
ohne es experimentell beweisen zu können.
Heinrich Hertz 1857 -1894 beweist desssen Existenz.
Er benützt dazu einen Rhumkorff Funkeninduktor mit zwei
Antennenstäben. In der Mitte dieses Dipols springen zwischen zwei Kugeln Funken über.