Fachgruppe A1 (Blau Punkt): Gleichrichter-Röhren
Da diesen Gleichrichterröhren egal war, welche Frequenz Sie gleichrichten taten,
konnten Sie auch zur Gleichrichtung von Hochfrequenz (Radiowellen) verwendet werden.
Damit wurde der Kristalldetektor mit seinen Unstabilitäten überflüssig. Leider aber
war die Empfindlichkeit der Röhre gegen über dem Kristalldetektor sehr viel kleiner.
Weil diese Röhre nur zwei Pole hat: die Heizung und die positive Platte, nennt man
Sie Diode.
Noch ein Wort zur Heizung: Anfänglich wurden die
Röhren mit Gleichstrom geheizt.
Als man versuchte Sie mit Wechselstrom zu heizen,konnte man feststellen,dass dem
Gleichstrom,der aus der Anode austrat,ein schwacher Wechselstrom überlagert war.
Dieser erzeugte im Hörer einen schwachen,aber unangenehmen Brummton. Die Lösung
liegt darin,dass man den Heizfaden mit einem Isolierröhreren umgibt und dann mit
einem Metallröheren. Das Metallröhrer bildet dann die sog.Katode. Die Elektronen
treten also nicht vom Heizfaden, sondern von der Katode in das Vakuum aus. Dies hat
noch einen weiteren Vorteil: man bringt auf der Katode eine Schicht auf,die aus
stark Elektronen-aussendenden Materialien bestehen, wie die Oxyde von Barium, Strontium
oder Thorium. Dadurch wird der Strom durch die Röhre stärker. Wir unterscheiden
also direkt und indirekt geheizte Röhren.
Am 16.11.1904 meldet Sir Ambrose Fleming (1849 -1945 )
ein Patent auf eine Diode an und sendet einige Muster an Guglielmo Marconi (1874 - 1934).
Dieser entwirft spezielle Empfängerschaltungen für diese Dioden und rüstet
damit einige Schiffstationen mit gutem Erfolg aus.
Lee de Forest (Council Bluffs Iowa 1873 - 1961 Hollywood) meldet am 29.1.1907 eine Dreielectrodenröhre (Triode) zum patent an.
Er bringt im Innern der Röhre zwischen Katode und Anode ein Gitter aus sehr dünnen Drähten an.
Ist dieses Gitter positiv elektrisch,dann verstärkt es den Elektronen- strom zur Anode.
Ist es negativ,dann vermindert es den Strom.
Damit kann de Forest den Elektronenstrom fast leistungslos steuern.
Er nennt seine Röhre Audion. Damit wurde die Grundform der Radioröhre
gelegt. Im Englischen wird Sie mit Valve,im Amerikanischen mit Tube bezeichnet.
Von jetzt an beginnen viele Firmen mit dem Bau von Röhren.
Jede Firma versucht durch
mehr oder weniger gute Anderungen die Röhren zu verbessern. Dies hat zur Folge,
dass eine Unmenge von Patentstreitigkeiten entstehen. Firmen machen Konkurs, neue
Firmen entstehen. Fusionen von Firmen beginnen und viele Firmen beginnen Röhren zu
bauen, die Sie andern Firmen unter fremden Namen oder Doppelnamen verkaufen. Es gibt
Firmen, welche ihre erste Qualitätsröhren unter ihrem Namen vermarkten, die zweite
Qualitätsröhren unter einem andern Namen und den Ausschuss unter einem dritten
Namen.
Wer sozusagen nie grosses Geld macht, sind eigentlich Konstrukteure und Erfinder.
Als 1960 die Fabrikation von Röhren (ausser grosse
Senderöhren)eingestellt und der Siegeszug des Transistors begann,
so die Situation wie folgt aus: In Amerika und Europa (ausser Russland, Japan, Indien) wurden in rund
150 Firmen und 21,550 verschiedene Typen hergestellt!
Das grosse Problem für unser Museum ist:
Wie sollen wir diese ungeheure Vielfalt dem Besucher einigermassen darstellen?
Wir haben uns entschlossen,drei Fachgruppen zu bilden: